Schenkungsteuer bei unverzinslichen oder niedrig verzinslichen Darlehen

Die Gewährung eines zinslosen oder niedrig verzinsten Darlehens zwischen Privatpersonen kann eine Schenkung fiktiver Zinsen darstellen.

Verleiht man unter Verwandten oder Freunden Geld, so werden oft keine oder nur unüblich niedrige Zinsen vereinbart. Die Finanzverwaltung sieht hierin einen Zinsverzicht, der der Schenkungsteuer unterliegt.

Grundsätzlich wird zur Berechnung des Nutzungsvorteils ein Zinssatz von jährlich 5,5 % der Darlehenssumme verwendet. Angesichts der momentanen Niedrigzinsphase entspricht dieser Zinssatz allerdings in vielen Fällen nicht mehr der Realität.

Dazu haben die obersten Finanzbehörden der Länder am 21.3.2018 Stellung genommen: Liegt der marktübliche Zinssatz unter 5,5 %, berechnet sich der schenkungsteuerliche Nutzungsvorteil aus der Differenz zwischen dem nachgewiesenen marktüblichen Zinssatz und dem mit dem privaten Darlehensgeber vereinbarten Zinssatz. Liegt der vereinbarte Zinssatz nur unwesentlich unter dem marktüblichen Zinssatz, liegt keine schenkungsteuerpflichtige Zuwendung vor.

Marktüblich ist der Zinssatz, der bei der Gewährung eines hinsichtlich Höhe, Besicherung, Laufzeit und Kündbarkeit vergleichbaren Darlehens durch ein Kreditinstitut zu entrichten gewesen wäre.

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