Umsatzsteuerliche Änderungen im E-Commerce

Nachdem die erste Stufe des Mehrwertsteuer-Digitalpakets zum 01.01.2019 umgesetzt wurde, findet sich im Regierungsentwurf für das Jahressteuergesetz 2020 nunmehr die Umsetzung der zweiten Stufe. Die Änderungen sollen zum 01.07.2021 in Kraft treten. Insbesondere folgende Änderungen sind hervorzuheben:

 

Gesetzliche Fiktion eines Reihengeschäfts

Unternehmer, die die Lieferung eines Gegenstandes, dessen Beförderung oder Versendung im Gemeinschaftsgebiet beginnt und endet, oder die Fernverkäufe von aus dem Drittlandsgebiet eingeführten Gegenständen in Sendungen mit einem Sachwert von höchstens 150,00 € durch die Nutzung einer elektronischen Schnittstelle (beispielsweise Online-Marktplatz) unterstützen, sollen so behandelt werden, als hätten sie selbst die Gegenstände erworben und geliefert (Fiktion eines Reihengeschäfts).

 

Senkung und Vereinheitlichung der Lieferschwelle

Für innergemeinschaftliche Fernverkäufe (d. h. Lieferung eines Gegenstandes an einen Nichtunternehmer, die Ware wird grenzüberschreitend innerhalb der EU transportiert und der Transport ist durch den Lieferanten veranlasst) wird eine EU-einheitliche Lieferschwelle von 10.000,00 € eingeführt.

 

Vereinfachung der Besteuerungsverfahren

Das im Jahr 2015 eingeführte Mini-One-Stop-Shop-Verfahren (MOSS) soll zum One-Stop-Shop (OSS) erweitert werden. So können bspw. Unternehmer aus einem Drittland alle sonstigen Leistungen an Nichtunternehmer, die im Gemeinschaftsgebiet zu besteuern sind, im OSS melden können. Innergemeinschaftliche Fernverkäufe können ebenfalls zukünftig im One-Stop-Shop-Verfahren gemeldet werden. Der Fernverkauf durch Drittlands- und EU-Unternehmer bei Sendungen mit einem Sachwert von höchstens 150,00 € kann im neuen Import-One-Stop-Shop (IOSS) gemeldet werden

Die vorgesehenen Änderungen führen für alle Unternehmen, die im grenzüberschreitenden E-Commerce agieren, zu wesentlichen Änderungen und der Notwendigkeit, sich bis Mitte 2021 auf die Änderungen einzustellen. 

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